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Neuseeland ist ein Inselstaat im Pazifik. Er liegt südöstlich des Staates Australien und wird im Allgemeinen dem australischen Kontinent zugerechnet. Neuseeland umfasst in der Hauptsache eine Nordinsel und eine Südinsel. Größte Städte sind Auckland (rund 1.300.000 Ew.) und die Hauptstadt Wellington (rund 300.000 Einwohner) auf der Nordinsel, sowie Christchurch (300.000) und Dunedin (100.000) auf der Südinsel. Insgesamt hat Neuseeland ungefähr 4.000.000 Ew. oder 15 pro km² im Verhältnis zu 82.500.000 Einwohner beziehungsweise 231 pro km² in Deutschland.
Geschichte
Neuseeland ist eine der zuletzt besiedelten größeren Landmassen. Die polynesischen Maori sind das indigene Volk Neuseelands. Ihre Vorfahren sind vermutlich zwischen dem 8. Jahrhundert und dem 14. Jahrhundert in mehreren Wellen, von den Gesellschaftsinseln und Cookinseln kommend, eingewandert. Sie sprechen oftmals die gleichnamige Sprache Maori.
In der Maori-Mythologie wird die Reise ausgehend von der Insel Hawaiki in seetüchtigen Kanus, den waka, beschrieben. Jeder Stamm (iwi) der Maori lässt sich in der Genealogie (whakapapa) mit einem dieser wakas in Verbindung bringen. In der Geschichte der Ngapuhi ging während der Reise die Sonne für drei Tage nicht unter. Historiker haben dies mit dem Auftreten einer von chinesischen Astronomen auf das Jahr 1054 datierten Supernova in Verbindung gebracht.
Die ersten europäischen Entdecker, die Neuseeland erreichten, waren der in den Niederlanden gestartete Abel Tasman, der 1642 ankam und James Cook. Dessen ausgedehnte Entdeckungsfahrten führten ab 1769 in den 1790er Jahren und danach zu einer beachtlichen europäischen Kolonisierung.1840 traten 500 Maori-Führer im Vertrag von Waitangi ihre Souveränität über Neuseeland an die britische Krone ab, bekamen aber bestimmte Land- und Fischereirechte garantiert. 1845-1846 kam es nach Grundbesitzstreitigkeiten zum 1. Maorikrieg zwischen Maori und Weißen, 1856-1865 zum 2. Maorikrieg.
Laut der Volkszählung von 2006 beträgt die Bevölkerungszahl Neuseelands 4,186 Millionen. Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung Neuseelands jetzt europäischer Herkunft ist, sind Maori und Bewohner der pazifischen Inseln die zweit- und drittgrößten ethnischen Gruppen; die Maori-Kultur ist weiterhin ein herausragendes Merkmal im öffentlichen Leben Neuseelands. Es ist vielleicht dem milden Klima und der geringen Bevölkerungszahl zu verdanken, dass Erholung im Freien unter den Neuseeländern sehr beliebt ist. Rugby, Kricket, Netzball, Segeln, Wandern und Pferderennen finden begeisterte Anhänger.
Politik
Neuseeland ist eine unabhängige parlamentarische Demokratie, die von einem 120 Mitglieder zählenden Parlament regiert wird, aus dem ein zwanzigköpfiges Kabinett als Exekutive ausgewählt wird. Dieses Kabinett wird von dem Premierminister geführt, zur Zeit (November 2008) ist dies John Key der mitte-links Labour-Partei. Als dieser Artikel verfasst wurde, befanden sich im Parlament Neuseelands fünf weitere Parteien. Neuseelands Staatsoberhaupt ist Königin Elizabeth II., die vom ehrenwerten Generalgouverneur Anand Satyanand (seit 23. August 2006), repräsentiert wird. Anfang Mai 2004 beschloss die Labour-Regierung um Premierministerin Helen Clark ein Uferland- und Meeresboden-Gesetz, welches die gesamte Küstenlinie zum Staatseigentum erklärte. In den Augen der Maoris gilt dies als Bruch des Vertrages von Waitangi und in der Hauptstadt Wellington kam es zu einer 15.000 Mann starker Protestkundgebung. Von der rechtsgerichteten National-Partei wurde der Konflikt noch weiter angeheizt, als diese ankündigte, die für Maori reservierten Parlamentssitze streichen zu wollen.
Geographie und Klima
Neuseeland (in der Sprache der Maori: Aotearoa - Land der langen weißen Wolke) ist der Staat, der am weitesten von Deutschland entfernt ist. Es ist ein Staat mit gemäßigtem Klima, der im Südwesten des Pazifik liegt.
Neuseeland besteht aus zwei Hauptinseln, die durch die Cookstraße voneinander getrennt werden, und einer Anzahl kleinerer Inseln, von denen einige recht weit entfernt liegen. Die Südinsel ist die größere Landmasse und wird entlang ihrer Längsachse von den Neuseeländischen Alpen, deren höchster Gipfel der Mount Cook mit 3.764 m ist, geteilt.
Auf der südlichen Hauptinsel befinden sich achtzehn Gipfel mit mehr als 3.000 m Höhe. Die nördliche Hauptinsel ist weniger gebirgig als die südliche, dafür aber von Vulkanen geprägt. Der höchste Berg der Nordinsel, Ruapehu (2.797 m), ist ein aktiver Kegelvulkan. Die gesamte Landfläche Neuseelands, 270.500 km², ist etwas kleiner als die Japans oder der britischen Inseln. Das Land erstreckt sich entlang der nord-nordöstlichen Hauptachse über mehr als 1600 km, das Klima ist überall im Land mild, die Temperaturen sinken selten unter 0°C oder steigen über 30°C. Die Tagesdurchschnittstemperatur in Wellington, der im Landesinneren gelegenen Hauptstadt, beträgt in der Mitte des Winters 5,9°C, im Hochsommer 20,3°C.
Fauna
Aufgrund der verhältnismäßigen Isolation hat sich in Neuseeland ein einzigartiges Ökosystem entwickelt, dessen herausragendstes Merkmal vor der polynesischen Kolonisation das Fehlen jeglicher Art von Landsäugetieren war, ausgenommen von drei Arten neuseeländischer Fledermäuse. Viele der Nischen, die normalerweise von Säugetieren besetzt würden, sind von Vögeln belegt worden. Zu den flugunfähigen Vögeln gehören Kakapo, Kiwi, Takahe, Weka und der ausgestorbene Moa. Einige dieser Arten kommen nur noch auf raubtierfreien Inseln vor der Küste Neuseelands vor. Weniger Probleme haben die kräftigen Papageienarten Kea und Kaka. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Vögel, die über die riesigen Weiten des Pazifik fliegen, um Teile des Jahres in Neuseeland zu verbringen, wie der Westlandsturmvogel. Auch Königsalbatrosse und Australtölpel nisten hier. Die Küsten teilen sich verschiedene Pinguin-Arten wie der Dickschnabelpinguin, der Gelbaugenpinguin und der Zwergpinguin mit Neuseeländischen Pelzrobben, Elephantenrobben und Neuseeländischen Seelöwen. Vor den Küsten schließlich sind Delfine und Wale anzutreffen. Des Weiteren ist Neuseeland die Heimat des Tuatara (auch Tuatera genannt), einer uralten Reptilienspezies, und des Weta, eines Insekts, das bis zu 8 cm oder länger werden kann.
Die Ankunft erst der Maoris als auch später der Europäer hat aufgrund der Eingriffe des Menschen in die Natur und wegen absichtlich und unabsichtlich mitgebrachter Tiere (Neozoen) zu zwei spektakulären Aussterbewellen geführt.
Flora
Als die Europäer ins Land kamen, waren etwa 70 % der Landesfläche bewaldet. Mittlerweile sind noch etwa 15 % des Landes von einheimischen Wäldern bedeckt, dazu kommen weitere etwa 5 % Fläche mit schnellwachsenden importierten Bäumen wie Monterey Pine und Redwood für die neuseeländische Forstwirtschaft. Wesentliche Teile der ursprünglichen Wälder stehen unter Naturschutz, zu guten Teilen in Nationalparks und sogenannten Forest Parks.
Zu den bemerkenswertesten Bäumen gehören im Norden die Kauri-Fichten. Sie sind wie die meisten anderen Bäume immergrün, wie beispielsweise die Südbuchenarten, die hauptsächlich auf der Südinsel anzutreffen sind. Ebenfalls zu den größeren Bäumen gehören die Podocarpaceen, die in tieferen Lagen beider Inseln vorkommen, sowie die Nikau-Palme. Besonders auffällig sind schließlich noch der Pohutukawa und der Cabbage Tree. In den niederschlagsreichen Gebieten insbesondere im Westen der Südinsel prägen Regenwälder das Bild. Die dort vorherrschenden Rimu und Südbuchen sind in vielen Fällen von Epiphyten wie dem Rata umschlungen. Unterhalb des dichten Walddaches machen sich zahlreiche, meist endemische Farne breit. Am imposantesten sind zweifellos die Baumfarne, die bis über 10 Meter hoch werden. Der bekannteste unter den Farnen ist der Ponga oder Silver Fern .
Wirtschaft und Verkehr
Neuseeland ist ein modernes, industrialisiertes Land. Die Haupt-Exportindustrien sind die Agrarwirtschaft, Gartenbau, Fischerei und Forstwirtschaft. Zur Verdeutlichung sei erwähnt, dass es etwa vierzehnmal so viele Schafe wie Menschen in Neuseeland gibt. Weiterhin besitzt Neuseeland nennenswerte produzierende, Tourismus- und Dienstleistungsindustrien. Die Landeswährung ist der Neuseelanddollar.
Neuseeland ist verkehrsmäßig (im Hinblick auf die dünne Besiedelung) sehr gut erschlossen. Eine besondere Bedeutung auf Grund der Insellage besitzt der Küstenschiffsverkehr und der Luftverkehr. Zwischen der Nord- und der Südinsel verkehrt eine Eisenbahnfähre.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Neuseelands besteht zu 86% aus Nachfahren europäischer (vor allem britischer) Einwanderer. Etwa14% oder mehr als 526.000 der Einwohner sind Maori, also Ureinwohner. Dabei ist zu beachten, dass die allerwenigsten von der Abstammung her ausschließlich Maori sind, insbesondere ist auch die Zuordnung zu mehreren Ethnien möglich. Umgangssprachen sind Englisch und Maori.
Dieser Text basiert auf dem Nupedia-Artikel von Michael Witbrock, der von Thorsten Dohr ins Deutsche übersetzt wurde. Aktualisiert von Richard Schneider im November 2008.
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